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Wald bewegt

Während sich in Berlin die versammelte Forstpolitik und einige Sportler zu den deutschen Waldtagen treffen, in der ganzen Republik Veranstaltungen von Forstleuten und SportlerInnen stattfinden und man sich unter dem Motto „Wald bewegt“ zusammenfindet, wird andernorts der Wald durch die Borkenkäfer aufgefressen nachdem erst Stürme drübergefegt sind und dann die Dürre jede Erholung zunichte machte. In einigen Ländern gibt es nicht genügend Personal. Da wird zuerst geradeso der Landeswald aufgeräumt. Die kleinen WaldbesitzerInnen müssen zusehen, wie sie zurechtkommen. Doch aus Katastrophen heraus entsteht auch Neues. Man darf gespannt sein, ob uns das gefällt. Immerhin ist die Nachhaltigkeit auch aus der Not geboren…

Wald bewegt

Im äußersten Westen bewegt der Wald ganze Hundertschaften. Die gehen aber nicht zum Sport in den Wald. Sondern von Berufs wegen und wegen der Kohle. Also der braunen. Vom Hambacher Forst stehen noch etwa 200 Hektar. Und die sollen jetzt weg. RWE will die Braunkohle darunter wegbaggern. Obwohl gerade in Berlin die Kohlekommission tagt und gar nicht klar ist, ob die Kohle bei Köln noch jemand braucht oder haben will. Dem Klimawandel erweist man auf jeden Fall einen Bärendienst. Was dessen Auswirkungen auf den Wald schon jetzt bedeutet, spüren wir alle. In Lieberose brennt er schon wieder.

Wald bewegt

Auch Feuerwehrleute und Bundeswehr dieser Tage. Und Journalisten. Plötzlich ist der Wald in aller Munde. Nicht mehr nur die Landwirtschaft. Der Wald brennt, die Jungbäume vertrocknen. Man spricht auch von Milliarden Euro. Und vom fehlenden Personal. Und dem Waldumbau. Der Naturschutz hat natürlich Recht, dass das Feuer leichtes Spiel in der Nadelholzmonokultur hat. Aber erst mal ist dort überhaupt Wald. Die Leistung unserer Vorvorgänger. Der versäumte Waldumbau kann natürlich nicht über Nacht nachgeholt werden. Aber er ist in vollem Gange. Mit mehr Geld und Personal ginge es noch schneller. Aber letzteres wurde erst mal stark abgebaut und dann kein neues eingestellt. Mit der Jagd hapert’s auch noch an einigen Stellen.

Wald bewegt

Ich habe mich gegen Berlin entschieden. In der Heimat ist der Schreibtisch voll genug und ein ganz eigenes Waldtheater beschäftigt mich. Jetzt sitze ich seit Monaten das erste Mal wieder im Wald für ein paar Stunden und habe Zeit, die Gedanken und den Blick schweifen zu lassen. Das ist das beste daran.

Ich liebe den Wald und er bewegt mich.